Kystriksveien, 9. Tag, 10. August 2019

Von Ramberg Camping nach Lofoten Camping Storfjord

Der Campingplatz in Ramberg war sehr gut belegt, kein Grund für mich länger dort zu bleiben als unbedingt nötig. Außerdem wollte ich ja heute nach Leknes, denn dort gibt es einen Intersport Shop, der auch Bikes repariert. 31 km waren es bis dorthin.

Über Nacht war es am Meer ziemlich feucht geworden und so musste ich alles überwiegend nass einpacken, aber das war ja nicht das erste Mal.

Die Sonne hatte es noch nicht über den Berg geschafft, der hinter dem CP lag, aber schon nach kurzer Fahrt war sie mein Begleiter für den ganzen Tag. Auch heute bot sich hier und da ein Landschaftsbild, wie ich es ja schon beschrieben habe. Ein schöner Ausblick reiht sich an den nächsten. Mir wurde klar, um die gesamte Schönheit der Lofoten zu ergründen bedürfte es mehrer Reisen, wenn es nur nicht so weit wäre, um hierher zu kommen.

Guter Stimmung radelte ich durch die Landschaft und wiederum reihte sich ein Hügel und eine Abfahrt an die andere. Mein Rad lief ohne zu mucken, allerdings wurde es Zeit, dass die Schaltung neu justiert wird.

Bei dem Wort Hügel muss ich immer an Samuel denken, den ich auf meiner Nordkaptour 2015 getroffen habe. Für ihn waren das alles nur Hügel und so betrachte ich es nun auch ;-))

Auf der Strecke ist ein Tunnel von 1780 m Länge zu befahren, allerdings führt er unter dem Ausläufer eines Fjordes durch. Ähnlich wie der Nordkaptunnel, nur nicht so lang. Es ist schon etwas unheimlich durch solch eine dunkle Röhre zu fahren und die Autos im Nacken zu spüren, aber wie alles hatte auch er ein Ende. Der restliche Weg nach Leknes war ein Klacks. Auf der Fahrt kreisten meine Gedanken immer wieder um die Reparatur. Wird das Salsa wieder richtig Fahrt aufnehmen können? Ich sollte im positiven Sinne überrascht werden.

Am Intershop angekommen, das Navi hatte mich wieder einmal zielgenau geführt, brachte ich mein Anliegen vor. Jonas (ich hoffe, ich habe den Namen richtig geschrieben – wenn nicht verzeih mir bitte), einer der Geschäftsinhaber nahm sich der Sache an. Schon bei dem ersten Wortwechsel wusste ich, der weiß, wovon er redet. Ich erklärte ihm mein Problem und sofort begannen wir ein Gespräch über mein Bike und die Bikepacking Ausrüstung. Nachdem wir fast jedes Teil des Bikes besprochen hatten packte ich ab und Jonas verschwand in der Werkstatt, er sagte das sei nur ein Einstellungsproblem, er brachte mir noch einen Kaffee und nahm das Bike mit.

Nach ca. einer halben Stunde kam er wieder und ich drehte eine Proberunde. Alles lief wie geschmiert und ich war froh und glücklich. Wir unterhielten uns noch eine Zeit lang übers Biken und Equipment und ich sagte, vielleicht sei es Zeit für ein neues Bike. Spontan kam die Antwort: Wenn ich das Bike verkaufen wolle, er würde es sofort nehmen. Das war natürlich Musik in meinen Ohren.

Dann ging es an’s Bezahlen. Was er denn für die Reparatur bekäme. Genauso spontan kam die Antwort: “Nothing, have a good trip and enjoy your journey.” Ich war einmal mehr geplättet von der zuvorkommenden Art der Norweger, die sind einfach nett, bestimmt nicht alle, aber der größte Teil – so meine Erfahrungen. Ich sagte ihm noch, ich werde ihn und seinen Laden in meinem Blog erwähnen – was ich hiermit auch getan habe. Sollte ich wieder einmal in diese Gegend kommen, werde ich ihm mit Sicherheit einen Besuch abstatten. Er notierte sich noch die Adress meines Blogs und wir verabschiedeten uns herzlich. Ein cooler Typ.

Der Weg zum heutigen CP war nun nicht mehr weit, aber vorher deckte ich mich noch mit Proviant ein. Dann ging es weiter. Was ich nicht wusste, vor mir lag auf dem kurzen Weg eine ordentliche Schippe Sand, die jemand dort aufgehäuft hatte, aber ich war so guter Dinge, dass es nicht sonderlich mühselig war dort hinaufzuklettern, zumal es eine ebenso lange Abfahrt danach gab.

Abgesehen von einem kurzen Regenschauer ist es hier auf dem CP, der an einem See liegt, recht urig und gemütlich.

Am späten Nachmittag traf dann auch Sabrina hier ein, zurück von ihrem kurzen Trip an einen wunderschönen Strand.

Morgen soll es an der Küste entlang weiter Richtung Norden gehen.

Tageskilometer: 40,39 km

Tageshöhenmeter: 1077 m

Bilder des Tages

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