Kystriksveien, 33. Reisetag, Dienstag, 03.09.2019

Von Krautsand nach Frankfurt am Main

Heute ist also der Tag der Heimreise. Um rechtzeitig an der Fähre zu sein und unsere Verbindungen zu erreichen, mussten wir die Fähre um 07.00 h von Wischhafen nach Glücksburg nehmen. Bereits um 05.00 h, es war noch dunkel. standen wir auf und um 06.00 h wollten wir spätestens losfahren. Mussten wir doch einen unbekannten Umweg fahren, denn die Brücke, die den Weg abgekürzt hätte, war ja nicht befahrbar. In der Nacht hatte es wieder einmal stark geregnet und am Morgen noch nicht aufgehört. Die Zelt waren klatschnass. Glücklicherweise hatten wir am Vorabend bereits alle nicht mehr benötigten Sachen verpackt und hatten pünktlich zu Abfahrt um 06.00 h alles eingepackt.

Auf der Fahrt zur Fähre wurde der Regen stärker und der Weg führte auf den 12 km über grobes Kopfsteinpflaster, wahrlich keine Spazierfahrt, zudem es keine Straßenbeleuchtung gab. Wir erreichten den Anleger gegen 06.40 h, gerade rechtzeitig zum Einlaufen der Fähre. Die Überfahrt verbrachten wir unter Deck unter dem Brummen und Vibrieren der Schiffsdiesel. Vom Fähranleger zum Bahnhof in Glückstadt waren es zum Glück nur 2,5 km, den letzten Kilometern, die wir gemeinsam zurücklegten. Was wir nicht wussten, dass es zwei verschiedene Fahrkartenautomaten gab. Einen, an dem man die Fahrradkarte mitmachen kann und einen ohne. Ein netter Einheimischer hatte uns darauf aufmerksam gemacht. Also die Karten gezogen und pünktlich lief der Zug ein. Die Fahrt nach Hamburg Hbf. dauert ca. 50 min. Obwohl wir im Berufsverkehr fuhren, hatten wir genügend Platz für die Räder.

In Hamburg brauchte ich ja noch eine Fahrkarte für meine Verbindung und ein sehr netter und freundlicher Bahnbediensteter half dabei, die richtige und günstigste Karte zu buchen. Sabrina hatte ja ihr Ticket für den Bus bereits online gebucht. Alles war für die Abfahrt bereit und wir genossen beide noch einmal gemeinsam ein Kaffee sowie ein Sandwich. Dann hieß es Abschied nehmen. 4 1/2 Wochen waren wir gemeinsam geradelt und die Zeit war schnell vorbei gegangen. Ein letztes Drücken und Winken zum Abschied und jeder suchte seinen Abfahrpunkt auf.

Meine Verbindung ging von Hamburg über Hannover und Göttingen nach Kassel, dort musste ich mir eine neue Verbindung suchen. Um 10.57 h rollte der Zug vom Gleis 13 los. Die Rückreise begann. Zwischen Hamburg und Hannover traf ich auf ein Brüderpaar, die jedes Jahr gemeinsam ein Flussradweg befahren und es entspann sich ein sehr kurzweiliges Gespräch über Radreisen und Fahrräder, was auch sonst. Schnell waren die ca. 200 Bahnkilometer zurückgelegt und wir waren in Hannover. Das Umsteigen zur nächsten Verbindung war problemlos, jedoch auf der Fahrt nach Göttingen summierten sich die Verspätungsminuten. 4 mal mussten wir einen ICE passieren lassen. So schmolz die Umsteigezeit von 25 min, die eigentlich ausreicht, dahin und in Göttingen sah ich dann nur noch die Rücklichter des nach Kassel fahrenden Zuges – eine zusätzliche Stunde Wartezeit. Mit mir waren auch andere Radler betroffen und so verging die Zeit mit Plaudereien auf dem Bahnsteig. Der Zug nach Kassel war zweigeteilt, eine Hälfte rollte nach Bebra und die andere nach Kassel. Beim Einsteigen musste man aufpassen nicht in den falschen Zug zu steigen, aber alles ging gut,

Umsteigebahnhof war nun für mich Kassel Hbf. Ich kenne den Bahnhof noch aus der Zeit als ich dort gelebt habe. Doch was ist daraus geworden? Ein trostloser Ort mit vielen seltsamen Gestalten, die teilweise durch die leestehenden und wartenden Züge schleichen. Was auch immer sie dort gemacht haben, mit dem Zug fahren wollten sie jedenfalls nicht. Na jedenfalls fuhr der Zug pünktlich ab und an der ersten Haltestelle, Kassel Wilhelmshöhe, stieg ein Radler Damenquartett hinzu, die von einer mehrtägigen Diemelreise kamen. Eine setzte sich auf einen leeren Platz neben mir und es entspann sich bis Frankfurt ein Gespräch über Radreisen und Skandinavien, das sie auch schon oft bereist hatte, wenn auch nicht mit dem Rad. In Frankfurt trennten sich dann unsere Wege und ich machte mich auf die letzten Kilometer bis nach Hause, wobei ich äußerst vorsichtig fuhr, denn an den Stadtverkehr, mit den teils rücksichtslosen Autofahrern muss ich mich erst wieder gewöhnen – da lobe ich mir doch die Norweger mit ihrer rücksichtsvollen und gelassenen Art Auto zu fahren.

Eine Reise, die anders verlief als gedacht, ging zu Ende und in den nächsten Tagen schwirren sicherlich noch die vielen Erlebnisse, Bilder und Eindrücke im Kopf herum und es dauert ein bisschen, bis ich wieder gänzlich daheim bin – aber das ergeht mir nach jede Reise so und frei nach Sepp Herberger, dem alten Bundestrainer (Nach dem Spiel ist vor dem Spiel): Nach der Reise ist vor der Reise.

Ich hoffe ihr hattet Spass beim virtuellen Mitreisen. In diesem Sinne

Bis neulich auf’m Radweg
Joachim

Tageskilometer: 21,12 km
Tageshöhenmeter: 52

Gesamtkilometer: 1219,47 km
Gesamthöhenmeter: 9075

 

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