Kystriksveien, 11. Tag, 12. August 2019

Von Lofoten Bobilcamping nach Sortland

Wieder ein Tag an dem ich allein unterwegs war. Heute wollte ich nach Stokmarknes fahren. Eine Strecke von ca. 100 km.

Von meinem Startpunkt aus ging es zunächst in Richtung Svolvaer. Die Strecke war schon recht hügelig. Beim Passieren lag am Wegesrand eine Tankstelle, die hier oben so ziemlich alles bieten. Kaffee, Snacks und auch sonst allerlei. Mir haben es die hiesigen Würste angetan (Pølser), die gegrillt und mit Speck ummantelt sind.

So gab es erst mal eine kurze Pause, neue Energie tanken, um dann weiter in Richtung der Fähre nach Molde zu fahren. Ich ersparte mit den Weg an der Küste entlang, immerhin 30 km. Am Fähranleger hatte ich Glück und musste nur eine halbe Stunde bis zum Ablegen warten. 5 Euro kostet die ½-stündige Überfahrt, mit grandiosem Ausblick auf die Berge der Lofoten. Jetzt befinde ich mich auf den Versterålen. Molde heißt das überschaubare Städtchen, in dem die Fähre anlegt. Hellster Sonnenschein und ich freute mich auf die Weiterfahrt, doch die Freude währte nicht lange. Mein rechter Brems-/Schalthebel, der schon nach dem Flugtransport leicht defekt war, hatte sich gänzlich verabschiedet. Die Plastikverschalung war gebrochen und schalten für den Kettenkranz ausgeschlossen. Mittels eines Gummi Kabelbinders (dem Erfinder sei Dank) konnte ich den Hebel so weit fixieren, das er mehr schlecht als recht seinen Dienst versah. 100 m weiter war ein Sportgeschäft, das auch Fahrräder vertrieb, doch leider erntete ich dort nur ein Kopfschütteln, der Schaden konnte dort nicht behoben werden, aber in Stokmarkenes, meinem heutigen Ziel, sei ein Radladen, der mir vielleicht weiterhelfen könnte. Also rauf auf’s Bike und weiter. Glücklicherweise sind die Vesteralen nicht so hügelig wie die Lofoten und so ließ es sich ganz gut radeln. Endlich am Radladen angekommen wurde der Schaden begutachtet, aber wie in dem Laden zuvor gab es nur ein Kopfschüttel, aber wieder einen Hinweis auf ein neu eröffnetes Sportgeschäft in Sortland – 30 km weiter. Schon leicht frustriert radelte ich also weiter und die Beine wurden langsam schwerer. Ich musste mich ein wenig beeilen, wenn ich vor Ladenschluss dort sein wollte. Ich dachte dabei an Sabrina, von der ich mich nun noch weiter entfernte, als ich eigentlich vorhatte. Aber, es half ja nichts, schließlich soll das Rad funktionieren.

Es ging gut voran und nach ein wenig suchen, fand ich den Radladen. Der Verkäufer hatte noch zwei Kundengespräche. Zwischenzeitlich schaute ich mich in dem Laden um und stellte fest, sie verkaufen auch Räder mit SRAM Schaltungen, meine Hoffnungen stiegen auf ein eventuell vorrätiges Ersatzteil. Aber weit gefehlt, ein Teil wie ich es brauchte war nicht da, die Bestellung würde eine Woche dauern, aber wenn ich nach Tromsø fahren würde, könnte man das Teil bestellen und dann dort einbauen.

So, und nun? Um es kurz zu machen, nach entfernen der Gummikappe nahm ich zwei Kabelbinder und konnte den Griff tatsächlich so fixieren, als sei nichts passiert – jetzt sitz er wieder bombenfest und ich hoffe es hält, bis ich wieder zu Hause bin, Kabelbinder habe ich noch genug.

Jetzt noch einkaufen und dann ab auf den CP, duschen – ESSEN. Vor dem Supermarkt traf ich auf Florian, der mit seinem Rad von der Schweiz bis ans Nordkap gefahren war und sich nun auf dem Rückweg befand. Wir unterhielten uns eine Weile sehr nett, ich wünschte ihm noch gute Fahrt und sagte ihm, ich wolle heute auf dem CP hier in Sortland übernachten. Florian versucht mit so wenig Geld wie möglich seine Reise zu bestreiten.


Der CP liegt auf einer Anhöhe und war wenig besucht. Noch als ich mein Zelt aufbaue, kommt Florian auf den CP gefahren. Auch er wollte hier in Sortland übernachten, allerdings nicht auf dem CP, sondern Oberhalt des Städtchens im Wald (er campt fast ausschließlich wild). Er wollte noch ein wenig weiter mit mir Plaudern und so setzten wir uns auf eine Bank vor der Küche, wo sich bereits ein junger Mann saß und seinen Nudeltopf „verspeiste“. Er wandert hier in den Bergen um Sortland. So entspann sich zwischen uns ein schönes Gespräch, bis die Dunkelheit und die Müdigkeit uns in die Schlafsäcke trieb. Mit Florian verabredete ich mich für den folgenden Morgen zum Frühstück.
Alles in Allem wieder ein schöner Tag.

 

Tageskilometer: 103,24 km

Tageshöhenmeter: 813 m

Bilder des Tages

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