Grenzradweg, 2. Tag, Mittwoch, 22. Mai 2019

Ratzeburg – Basedow

Kühl und windig empfing uns der nächste Morgen. Nach einem kräftigen Frühstück packten wir unsere Taschen und quälten uns die Kopfsteinpflaster-Straße bergauf, um wieder auf den Radweg zu gelangen. Auf dem schlecht ausgeschilderten Feldweg passierten wir Schlagsdorf und besichtigten dabei das Grenshus. Mehrfach noch an diesem Tag folgten wir falschen Wegen und gelangten so, immer zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern pendelnd, nach Zarrentin. Zeit für einen Koffein-Tankstop. Gebessert hatte sich das Wetter noch nicht, immer noch war der Himmel wolkenverhangen und es war frisch.

Von Zarrentin ging es weiter Richtung Büchen. Auf dem Weg kamen wir zunächst an einem Mahnmal in Kneese vorbei, das an die Menschen erinnern sollte, die bei Fluchtversuchen aus der DDR erschossen worden waren. Als nächstes passierten wir in Greven ein kleines Freilichtmuseum. Hier war sehr anschaulich, wenn auch nur im kleineren Aufbau, eine Grenzanlage angelegt. Nach außen sollten ja die Grenzanlagen gegen den imperialistischen Feind schützen, aber in Wahrheit sollten die Menschen an der Flucht aus der DDR gehindert werden. Beeindruckend und bedrückend, welche perfiden Ideen dabei umgesetzt wurden. Übrigens, das Material für den fast 3000 km langen Grenzzaun bezog die DDR überwiegend aus der BRD!! Auf den Bildern habe ich versucht, das ein wenig zu veranschaulichen.

Wir folgten weiter teilweise irreführenden Beschilderungen, bis wir dann am Elbe-Lübeck-Kanal landeten, der uns schnurstracks zu unserem heutigen Ziel führte, dem Campingplatz am Lanzer See.

Ein wunderschöner Platz zwischen dem See und dem Elbe-Lübeck-Kanal mit einem sehr netten Betreiber, dem wir auch einen hervorragenden Verpflegungs-Tipp verdanken (wie auf einem Bild ersichtlich). Umgeben von freundlichen Wohnmobil- Fahrern und einem weiteren Reiseradler bauten wir unsere Zelte auf. Ein wirklich schöner Tag, der aber auch in mancherlei Hinsicht nachdenklich stimmte. So konnte es weitergehen, so hatte ich mir das vorgestellt.

Die Sonne hatte zwischenzeitlich den Kampf gegen die Wolken gewonnen und während Binnenschiffe den Kanal befuhren, genossen wir den Abend.

91,03 Kilometer
427 Höhenmeter

Bilder des Tages

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